Helmut Kohl,
66, Vereinigungskanzler, verbringt in diesem Jahr den »Tag der deutschen Einheit« außer Landes. Er besucht am 2. und 3. Oktober Irland und fehlt deshalb erstmals beim offiziellen Festakt zur Wiedervereinigung, der turnusgemäß in diesem Jahr in München stattfinden wird. Am Abend vor seinem Abflug redet Kohl neben dem irischen Nobelpreisträger Seamus Heaney zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse, deren Schwerpunktthema »Irland und seine Diaspora« sein wird. In Dublin möchte Kohl den Iren für ihre positive Haltung in den Jahren 1989/90 zur Wiedervereinigung Deutschlands danken. Wie Kohl in dem geteilten Land das heikle Nordirland-Problem ansprechen wird, ohne Empfindlichkeiten der Gastgeber oder in London zu verletzen, darüber, hieß es im Kanzleramt, werde »noch nachgedacht«. Probleme werde es nicht geben: Auch mit John Bruton, dem irischen Premierminister und derzeitigen EU-Ratspräsidenten, fühlt sich der große Kommunikator aus Bonn »freundschaftlich verbunden«.