HEMINGWAY - DER SPIEGEL
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Briefe

HEMINGWAY
• aus DER SPIEGEL 36/1952
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HEMINGWAY

(Nr. 34/52, Bücher)

Im Zusammenhang mit Ihrem Bericht über Hemingways neues Buch werden vielleicht noch folgende Angaben interessieren:

Amerikas Book-of-the-Month-Club mit millionenfacher Leserschaft bestimmte »The Old Man and the Sea« bereits zu seinem September-Buch. Gleichzeitig mit Scribner wird Jonathan Cape in London die europäische Ausgabe veröffentlichen. Eine Woche später folgen Gallimard in Paris mit der französischen, J. H. Schulz in Kopenhagen mit der dänischen, Gyldendal Norsk Forlag mit der norwegischen und Albert Bonniers mit der schwedischen Übersetzung. Die italienische und die holländische Ausgabe sind bei Montedori in Mailand und Elsevier in Amsterdam in Vorbereitung.

Sehr zum Leidwesen von Hamburgs vielfachem Hemingway - Verleger Ernst Rowohlt (letzte Veröffentlichung: »Der Schnee vom Kilimandscharo« als Gratis-Ro-Ro) hatte aus Westdeutschland ein wahrer Verleger-Run auf das neue Buch eingesetzt. Außer ihm bewarben sich Dr. Gottfried Berman-Fischer aus Frankfurt, Verleger von Hemingways »Wem die Stunde schlägt«, und Kurt Desch aus München um die deutschen Rechte. Das verlockendste Angebot kam von Desch, das längste Telegramm von Rowohlt-Sohn Ledig, der das Rennen schließlich für seine Farben entscheiden konnte. Die scharfe Konkurrenz hat allerdings den Buchpreis gehörig in die Höhe getrieben.

Von den Filmgesellschaften, die den »Old Man« prüfend einsahen, reagierte bisher nur 20th Century Fox, die kürzlich Hemingways »Schnee vom Kilimandscharo« u. a. mit Hildegard Knef verfilmte und die Rechte mit großzügigen 125 000 Dollar, dem angeblich höchsten bisher von Hollywood für eine Short-Story angelegten Preis, honorierten. Fox diagnostizierte keine ausgesprochene Film-Eignung, aber einwandfreie Bestseller-Chancen.

z. Z. New York

Ludwig Schubert

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