Hennengold - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 83 / 84

Briefe

Hennengold
• aus DER SPIEGEL 26/1972
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hennengold

(Nr. 24/1972, Lexikon)

Offenbar in ihrer Lust am Fabulieren und im Bemühen, eine farbige Story zusammenzuschneidern, haben SPIEGEL-Redakteure auf nicht mehr zutreffende, überholte Fakten zurückgegriffen. So erfährt der geneigte Leser, was zuletzt auch bei der Hamburger Kundgebung »Pressefreiheit in Gefahr« irrtümlich angeprangert wurde: Bertelsmann sei ein Mehrzweck-Konzern, der auch Hühner züchtet«. Wahr ist hingegen, daß 1. nicht das Haus Bertelsmann, sondern Johannes Mohn -- der Sohn des derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Reinhard Mohn -- an der Hühnerfarm »Hennengold«, Gimbsheim, mit 75 Prozent beteiligt war;

2. Johannes Mohn bereits zum 1. April 1971 45 Prozent seiner Beteiligung an »Henngold« verkauft hat und 3. mittlerweile auch die verbliebene Minderheitsbeteiligung von 30 Prozent von ihm verkauft -- nur dem Käufer noch nicht übertragen -- worden ist. Der Gedanke, daß das »Kulturgut« Buch und frische deutsche Landeier aus demselben Unternehmen frisch auf den Tisch kommen, wird SPIEGEL-Leser und linke Kritiker (der Personenkreis dürfte teilweise identisch sein) nicht länger beunruhigen müssen. Die Aktivitäten des Hauses Bertelsmann werden also künftig auf jenem Sektor liegen, der am umfassendsten mit dem Begriff Kommunikation umschrieben ist. Gütersloh (Nrdrh.-Westf.)

MANFRED HARNISCHFEGER Leiter der Zentralen Presseabteilung Eine Teilauflage dieser SPIEGEL-Ausgabe enthält eine Postkarte der GdF Wüstenrot, Ludwigsburg.

Die Redaktion des SPIEGEL behält sich vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen

Zur Ausgabe
Artikel 83 / 84

Mehr lesen über