AFRIKA Hilfe von außen
Während Liberias Präsident Charles Taylor immer stärker unter Druck der USA gerät und einer Ausreise ins Exil nach Nigeria bereits zustimmte, bereitet Washington die Entsendung einer Eingreiftruppe in das vom Bürgerkrieg geschüttelte westafrikanische Land vor. Großspurig verkündete Taylor, er nehme die Rücktrittsforderung mit »Wohlwollen« auf. Zugleich bestand er allerdings auf Hilfe durch eine internationale Friedenstruppe, damit sein Land »nicht im Chaos versinkt«. US-Präsident George W. Bush machte sich Ende voriger Woche für einen Einsatz von 500 bis 2000 US-Soldaten stark. Die Mission war in der amerikanischen Administration jedoch umstritten. Zuvor schon hatte Uno-Generalsekretär Kofi Annan die US-Regierung um militärische Unterstützung gebeten. Rückendeckung erhält Annan dabei von den Franzosen, die ihrerseits in mehreren Ländern präsent sind. Mit 4000 Soldaten wollen sie beispielsweise in der Elfenbeinküste für Ruhe sorgen. Außerdem stellen sie das Hauptkontingent der 1500 Soldaten für die EU-Friedenstruppe im Kongo - einem weiteren der vielen aktuellen Brandherde. Auf keinem anderen Kontinent toben derzeit so viele Kriege wie in Afrika, wo in mindestens zwölf Ländern gekämpft wird. Im Kongo kamen dabei Schätzungen zufolge bis zu 4,7 Millionen Menschen um, im Sudan bis zu 2 Millionen. Immer wieder soll Hilfe von außen dauerhaften Frieden garantieren. Allein fünf Blauhelm-Missionen in sechs Ländern unterhalten die Vereinten Nationen. Für die Uno-Mission im Kongo ist vorgesehen, sie mittelfristig auf 11 000 Blauhelme aufzustocken. Derzeit sind in dem Land schon 4515 Uno-Soldaten stationiert - zu wenige, um dem Morden ein Ende zu bereiten.