HILFSPREDIGER - DER SPIEGEL
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Briefe

HILFSPREDIGER
• aus DER SPIEGEL 48/1964
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HILFSPREDIGER

Wehmütig dürfte SPD-Vize Wehner an die halbleeren Säle bei Wahlversammlungen gedacht haben, als er am Männersonntag in der Hamburger Michaeliskirche zur Predigt vor den Altar trat und das volle Haus sah. Wehners Predigt hat mir so gut gefallen, daß ich vorschlagen möchte, er soll künftig im dritten Fernsehprogramm das Wort zum Sonntag sprechen.

Hamburg HEINZ HOLLMANN

Herbert Wehner: der heimgekehrte Bruder mit der schmerzlichen Erfahrung des Verlorenen, Mitglied der evangelischen Kirche - in der Hamburger St.-Michaelis-Kirche. Der auch, wenn man es von ihm erwartet, in einer katholischen Kirche sprechen würde. Ein Politiker aus eigener Lebenswahl. Der idealste CDU-Mann, den es je geben könnte.

Frankfurt OTTFRED MASCHKE

Jetzt hat sich also Herr Wehner auch noch zum überzeugten Christen gewandelt. Wozu man doch bei der SPD im Bemühen, bei der nächsten Bundestagswahl die CDU auszubooten, nicht alles fähig ist. Vielleicht hat sich Herr Erler bei seinem Besuch im Vatikan auch schon über die Möglichkeit einer Teilnahme der jeweiligen SPD-Ortsgruppen mit Fahne an der Fronleichnamsprozession erkundigt.

Düsseldorf BERNHARD HAWLICZEK

Wehners Wandlungsfähigkeit ist erstaunlich: vom gottlosen Marxisten zum reumütig-frommen Christen, der ohne Kirche und Evangelium nicht mehr leben kann. Nun gibt es aber nur eine wahre Kirche und außerhalb dieser ist kein Heil. Der nächste Schritt Wehners müßte also folgerichtig sein Übertritt zur Alleinseligmachenden sein, damit er zum tiefsten Seelenfrieden gelangt. Bei weiterer Steigerung hat er dann noch die Möglichkeit, nach seinem Tode kanonisiert und ein Schutzpatron - etwa der Schauspieler - zu werden.

Düsseldorf KARL GIPPERICH

Ich hätte niemals geglaubt, daß die Kirche eine derartige »Stütze« erhalten könnte.

Berlin ERICH BUCHHOLZ

Als Berliner Christ bin ich sehr gespannt, wie lange die vier glaubenslosen SPD-Senatoren in Berlin (von insgesamt neun SPD-Senatoren) »das Leben ohne Kirche ertragen werden«?

Berlin EGON ECKERT

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