Hörensagen - DER SPIEGEL
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Hörensagen

• aus DER SPIEGEL 22/1953
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Nach neuestem Bonner »on dit«

* will die SPD, falls sie als stärkste Einzelpartei mit Hilfe des noch zu beschließenden Wahlgesetzes im neuen Bundestag auch als stärkste Fraktion zum Zuge kommt, der CDU entsagungsvolle Koalitionsangebote machen. Die SPD sei bereit, auf das Kanzleramt zu verzichten, falls Adenauer bereit sei, sich zugunsten eines anderen Bürgerlichen in den Rhöndorfer Rosengarten zurückzuziehen, wo er als »Alt-Bundeskanzler« seine gesellschaftliche und politische Rolle spielen könne. Auch eine Nachfolge Adenauers im Amt des 1954 neu zu wählenden Bundespräsidenten werde der sozialdemokratische Vorstand offerieren, um eine SPD/CDU-Koalition zu ermöglichen;

* wird durch die diplomatischen Vertretungen eines Ostblock-Staates in westeuropäischen Hauptstädten systematisch verbreitet, Moskau sei bereit, auf die dauernde Neutralisierung eines wiedervereinigten Deutschland zu verzichten. Der Kreml wolle einer gesamtdeutschen Regierung gestatten, nach eigenem Ermessen wirtschaftliche und politische Verträge abzuschließen. Bedingung sei nur die vollständige Räumung Deutschlands durch sämtliche Besatzungsmächte, außerdem sollen alle nach dem Kriege errichteten militärischen Anlagen zerstört werden. Die Sowjets rechnen damit, daß die deutsche Politik ohnehin eine eigene Entwicklung nehmen müßte, die eine gesamtdeutsche Regierung von den USA und den Adenauerschen Integrationsbestrebungen abdrängen würde.

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