Hoffnung auf ein Ende - DER SPIEGEL
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Briefe

Hoffnung auf ein Ende
• aus DER SPIEGEL 18/2001
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Hoffnung auf ein Ende

Nr. 15/2001, Zeitgeschichte: Neue Kontroverse um den Reichstagsbrand

Nach meiner Meinung wurde der Reichstagsbrand von den Nazis geplant und vorbereitet. Die wichtigsten Indizien: a) Der Reichstag war den Nazis ein Dorn im Auge, weil dort noch SPD- und Zentrumsabgeordnete saßen; b) der Reichstagsbrand passt ins Verbrechensprofil der Nazis: erst selbst etwas anstellen, um es dann dem politischen Gegner in die Schuhe zu schieben (man vergleiche den Überfall auf Polen); c) der kommissarische preußische Innenminister Göring gab damals für die Polizei die Order »Gegen rechts darf nicht ermittelt werden« aus; d) der Vierte Strafsenat des Reichsgerichts, der van der Lubbe verurteilte, war auf dem rechten Auge blind, wie sich an den Landesverratsprozessen gegen Ossietzky und andere gezeigt hatte.

BERLIN THOMAS KRAPPMANN

Wer hinter der These vom Alleintäter van der Lubbe braune Rechtfertigungsversuche vermutet, sollte besser die Rechtsbrüche im Zuge der Verhaftungswelle nach dem Reichstagsbrand thematisieren, als mit aller Gewalt nachzuweisen suchen, dass die Nazis selbst die Brandstifter gewesen seien. Die Vertreter dieser These sind ja vermutlich auch nicht der Meinung, die Zerschlagung der gesamten Opposition durch die Nazis sei rechtens gewesen, wenn es van der Lubbe allein war - und sie wäre es ja wohl nicht einmal dann gewesen, wenn eine kommunistische Verschwörergruppe dahinter gesteckt hätte, oder?

MÜNSTER ALOISIUS J. STAPPERT

Aus meinen »wilden Jahren« als »Tagesschau«-Kameramann weiß ich, dass Journalismus leichter wäre, wenn die Wirklichkeit nicht die besten Storys und die schönsten Bilder zerstören würde. Das von Ihnen gedruckte Bild hat mit dem brennenden Reichstag 1933 nichts zu tun. Ihre Abbildung zeigt das brennende Modell des Reichstags im Trickatelier Kunstmann des Defa-Studios für Spielfilm, aufgenommen im Jahr 1955. Von Ihnen verwendet wird eine Kombination der Aufnahme des brennenden Modells, projiziert auf eine Rückpro-Leinwand, davor filmkünstlerisch ausgeleuchtete Statisten. Diese Kombinationsaufnahme wurde für den Defa-Spielfilm »Der Teufelskreis« hergestellt.

WESSELING (NRDRH.-WESTF.) M. ROMBOY

Ein Bravo dem SPIEGEL! Dieser Artikel war überfällig! Jetzt ist nur zu hoffen, dass mit dem Ausräumen der Mehrtäterschaftslegende der fast 70-jährige »Glaubenskrieg« um die Brandlegung im Reichstagsgebäude endlich ein Ende hat. Zu hoffen ist aber auch, dass der Deutsche Bundestag nunmehr das angemessene Maß in der eigenen Darstellung der bewegenden Geschichte des Wallot-Foster-Baus findet.

BERLIN FRANK R. MÜTZEL

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