NIEDERLANDE Holländer rücken am Reichstag an
Dem Fanal von 1933 soll nun auch ein Denkmal folgen: Mit einem Bus, einem Anhänger und einem Sandstein (einen Meter lang, einen halben Meter breit und 70 Zentimeter hoch) reisen am 27. Februar Mitglieder der Stiftung »Ein Grab für Marinus van der Lubbe« nach Berlin, um am Reichstag - mit oder ohne Genehmigung - ein Denkmal für den Brandleger des Gebäudes zu enthüllen. Das Werk aus Sandstein - geliefert von der Berliner Firma Naturstein am Bau, F. X. Rauch, die an der Restaurierung des Reichstags beteiligt war - ist Teil eines Kunstobjekts zur Erinnerung an den holländischen Maurer und Rätekommunisten van der Lubbe, der aus Protest gegen die Nazis das Gebäude angezündet hatte. Der Einzelgänger wurde im Reichstagsprozess zum Tod durch die Guillotine verurteilt. Der Rat der Universitätsstadt Leiden, das niederländische Parlament und der Staatssekretär für Kultur, Rick van der Ploeg, unterstützen das Vorhaben der Stiftung. Mit dem Klotz soll dem holländischen Arbeiter späte Anerkennung zuteil werden. In seiner Geburtsstadt Leiden steht bereits ein Stein. Auch in Leipzig, wo van der Lubbe verurteilt, hingerichtet und begraben wurde, war vor einem Jahr auf dem Südfriedhof in Anwesenheit niederländischer Regierungsvertreter, Leipziger Stadtpolitiker und der Van-der-Lubbe-Nichten ein Gedenkstein enthüllt worden.