Honecker-Volte
Um seinem außenpolitischen Traumziel, einem Staatsbesuch in Washington, näher zu kommen, schlägt SED-Chef Erich Honecker Volten, die viele seiner Genossen irritieren - vor allem im Wirtschaftsapparat der SED. Da die Bauindustrie zuwenig Material und Arbeitskräfte hat, bricht das DDR-Bauministerium derzeit mit der evangelischen Kirche geschlossene Verträge. Das Ministerium ließ mehrere bereits begonnene kirchliche Bauvorhaben stoppen, die größtenteils aus Devisen der westdeutschen Kirche finanziert werden. Begründung: Planrückstände im vorrangigen Wohnungsbauprogramm. Gleichzeitig sicherte Honecker jedoch einer winzigen Minderheit im Lande großzügige Hilfe zu. Die 5000 Mormonen der DDR, so seine Zusage, sollen in den nächsten Jahren neben ihren fünf bereits gebauten zehn weitere Gemeindezentren erhalten. Den Mormonen schreibt die SED-Führung hohen politischen Einfluß in den USA zu.