Honeckers Fehlkalkulation - DER SPIEGEL
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Honeckers Fehlkalkulation

• aus DER SPIEGEL 3/1981
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SED-Chef Erich Honecker rechnete für Mitte Oktober fest mit einer sowjetischen Intervention in Polen. Als Folge eines Eingreifens unter Beteiligung von Truppen aus anderen Warschauer-Pakt-Staaten kalkulierte die SED-Führung eine deutliche Verschlechterung im Ost-West-Verhältnis ein. Nur deshalb und nicht aus den von der SED vorgeschobenen wirtschaftlichen Gründen handelte Honecker im Vorgriff: Er setzte am 9. Oktober den Zwangsumtausch für DDR-Besucher drastisch herauf und steuerte am 13. Oktober in seiner Rede in Gera einen neuen scharfen Kurs der Abgrenzung gegenüber der Bundesrepublik. Als die Sowjet-Union umschwenkte und einstweilen auf eine Intervention verzichtete, war es für einen Schwenk Honeckers zu spät.

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