Hymnen an die Stille - DER SPIEGEL
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MODERNES LEBEN Hymnen an die Stille

• aus DER SPIEGEL 38/1991
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Der irische Musiker Van Morrison gehört zu den Popstars, die nicht gern reden. Nicht mit seinen Musikern, nicht mit den Angestellten der Plattenfirmen und schon gar nicht mit Journalisten. Er mißtraut der Sprache. Worte haben für ihn nur einen Wert, wenn sie gesungen werden können. Seit gut 25 Jahren formt Van Morrison nun schon, mit einem manchmal schwer nachvollziehbaren Fanatismus, an seiner Stilmischung aus Blues, Country, Soul, Gospel und traditioneller irischer Musik. Aber noch nie ist ihm eine so dichte, kraftvolle und zugleich lässige Platte gelungen wie das soeben erschienene Doppelalbum »Hymns to the Silence«. Mit diesen ausdrucksstarken und unendlich verspielten Hymnen beschwört Van Morrison das einfache Leben auf dem Land, die Sommernächte, in denen er Radio Luxemburg lauschte, und das ruhelose Herumreisen auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten und Erfahrungen. Van Morrison, einer der größten irischen Mystiker seit James Joyce, löst das Rätsel Leben mit Geschichten und Melodien in musikalischen Epiphanien auf.

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