Iemitsu Arai
Iemitsu Arai, 43, Bürgermeister der nördlich von Tokio gelegenen Stadt Fukaya, wurde bei einer altehrwürdigen Zeremonie empfindlich vom Zeitgeist gestört. Wie alljährlich sollte die Generation der 20-Jährigen mit feierlichem Pomp ins Erwachsenenalter entlassen werden. Doch die Rede des Bürgermeisters wurde übertönt vom Geschnatter junger Frauen, die unentwegt per Handy Gespräche führten. Schließlich gab der Bürgermeister entnervt auf. »Wenn sie nicht einmal für eine halbe Stunde ruhig sein können«, zürnte Arai, »dann sind sie auch nicht als Erwachsene qualifiziert.« Ähnliche Störungen meldeten viele der Orte, in denen die insgesamt 1,5 Millionen Japaner und Japanerinnen von kommunalen Würdenträgern feierlich in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen wurden. Nur die Stadt Shiki blieb verschont: Der Bürgermeister hatte die Handy-Nummern aller Teilnehmer notieren lassen und versprochen, eine der Nummern würde ausgelost und angeklingelt, der Gewinner erhalte einen Preis. Die Handys blieben auf Empfang, die Initiationsfeier verlief friedlich.