Immer dabei
Bonns Bundesregierung wurde vier Tage vor der russisch-amerikanischen Atomsperrvertrags-Übereinkunft von der US-Regierung gleich dreimal über den Inhalt informiert. Auf der Genfer Abrüstungskonferenz berichtete der amerikanische Chefdelegierte Adrian Fisher seinem deutschen Kollegen Swidbert ("Schnippi") Schippenkötter, bei der Internationalen Atomenergie-Organisation in Wien wurde Österreich-Botschafter Loens und in Washington Botschafter Knappstein unterrichtet. Die Bundesregierung, die gegen den im letzten August vorgelegten ersten Entwurf starke Bedenken erhoben hatte, weil sie wissenschaftliche und wirtschaftliche Gefahren sah, wird den neuen Text in dieser Woche vom Bundesverteidigungsrat analysieren lassen. Regierungssprecher Diehl letzten Freitag in einer ersten Stellungnahme: Man könne sagen, daß im wesentlichen die Bedenken der Bundesregierung berücksichtigt worden seien und Bonn über jeden Schritt Bescheid gewußt habe, denn »Schnippi war immer dabei.