Immer seltener im realen Leben
Nr. 8/2000, Titel II: Internet: Die www.Welt
Das Internet beflügelt alles und jeden, sei es die Wirtschaft oder die Menschen, und macht aus kleinen Leuten mit großen Ideen Milliardäre. Alles soll besser, schneller und einfacher werden. Aber was ist der Preis, den wir zahlen? Die totale Isolation des Individuums für eine Massenkommunikation per Internet? Kann nicht jeder in der Zukunft alles online tätigen? Man wird online einkaufen, arbeiten - man könnte dort sein ganzes Leben verbringen: dort seine Frau kennen lernen, dann dort heiraten und vielleicht am Ende auf einem Online-Friedhof begraben werden. Aber was bringen 100 E-Mail-Freunde aus der ganzen Welt, wenn man abends kein Bier mit ihnen trinken kann? Selbstverständlich sind der ökonomische und die anderen Vorteile nicht zu unterschätzen, doch wir sollten aufpassen, dass wir nicht zu süchtig und dann abhängig von diesem einen Medium werden.
Edewecht (Nieders.) Stephan Schröder
Nachdem ich Ihren hochinteressanten Artikel zum Thema digitale Fotografie las, bin ich dann doch wieder in meine kleine Dunkelkammer gegangen und habe schnell einen Film entwickelt. Glücklich war ich über die Feststellung, dass die konventionelle Fotografie noch lange nicht tot ist. Ich arbeite den ganzen Tag am Rechner - und zum Ausgleich beschäftige ich mich mit Schwarzweiß-Fotografie. Es ist entspannend, etwas noch selbst zu produzieren, von der Konzeption bis zum fertigen Bild - und fast alle Prozesse ohne Elektrizität!
High Wycombe (England) Klaus Werner
Rund 800 000 Deutsche haben eine Homepage - auch ich (http://tracy-online.de). Eine private Homepage aufzubauen macht das Medium Internet nämlich erst richtig interessant - man konsumiert nicht nur, sondern wird selbst aktiv - und man bekommt ein Gespür für gute und schlechte Seiten im Netz, was wesentlich für die Nutzung des Internet ist. Ich habe zudem die Netzgemeinde als solidarische und freundliche Gruppe erlebt: Sie helfen, geben Tipps und bewerten konstruktiv - etwas, was man heute immer seltener im realen Leben findet. Wenn Ihr Autor keine gute Idee oder Vision hatte, eigene Seiten im Netz zu präsentieren, sollte er es wirklich sein lassen. Das wäre schließlich das Gleiche, als würde man ohne Sinn und Verstand einen Artikel schreiben - lächerlich.
Hamburg Kersten Artus