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Briefe

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• aus DER SPIEGEL 37/1971
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In

(Nr. 31/1971, Fernsehen)

Das von der Redaktion für »In« 7/71 vorgeschlagene Thema »Jugend und Sexualität« ist lediglich wegen ungenügender Vorbereitung und zu allgemein gefaßtem Ansatz auf einen späteren Termin verschoben, keinesfalls aber abgesetzt worden; unter dem Titel »Sexualaufklärung in der Schule« wird es noch behandelt werden. Wie »harmlos« das Thema über »Lebenshilfe« dargebracht wird, das sollten Sie sich wohl besser ansehen, bevor Sie es als »harmlos« kennzeichnen.

Für die zeitweise Sperrung von zwei Mitarbeitern für »In« ist nicht Herr Abich verantwortlich, sondern ich habe mir dies erlaubt. Über die Gründe halte ich eine öffentliche Erklärung für ebensowenig nötig wie für die kurzfristige Entlastung der zuständigen Redakteurin von der redaktionellen Verantwortung. Auch dies war keine Untat des Intendanten, sondern geschah durch meinen »Eingriff«.

Bremen DR. ECKART HEIMENDAHL

Programmdirektor Radio Bremen

Die Sendereihe »In« kann schließlich nicht ein Ersatz dafür sein, daß manche Themen. die Jugendliche interessieren, im Abendprogramm zu kurz kommen. Wir können von den jugendlichen Mitarbeitern immer nur so viel verlangen, wie sie zu leisten in der Lage sind. Und ich bin nach wie vor dafür, daß diese Sendereihe hauptsächlich von Jugendlichen gestaltet wird. Bei dieser Lage der Dinge kann es nicht ausbleiben, daß Themen, die uns von »In«-Mitarbeitern angeboten werden, nicht sofort realisiert werden können ("Jugend und Sexualität"). Oft genug ist eine länger dauernde Recherchen-Arbeit notwendig, so daß wir als Redaktion frei sein müssen, festzustellen, was wann gesendet wird. Gerade um den »ln«-Mitarbeitern entgegenzukommen, ist es häufig besser, ihnen die Gelegenheit zu geben, die Themen langfristiger vorzubereiten. Da wir auf der anderen Seite von den durch die ARD festgelegten Sendeterminen abhängig sind, führt es ganz logisch dazu, daß manchmal »In«-Themen verschoben werden müssen. Auch hier vermag ich keinen Hauch von Zensur zu entdecken.

Es ist eine nur natürliche Entwicklung, daß die jungen Leute manchmal finstere Machenschaften wittern, wo eigentlich nur eine Hilfestellung gemeint ist.

Seien Sie versichert, daß die Ängstlichkeit der Mitarbeiter bei Radio Bremen nicht soweit geht, daß wir kritische Sendungen gegen problemlose Beiträge, wie Sie sie in Ihrem Artikel erwähnt haben, austauschen werden. »In« wird nach wie vor Jugendprobleme in kritischer Weise behandeln, ohne dabei in die bloße Agitation abzugleiten.

Bremen WALTHER F. SCHMIEDER

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