Ingrid Mössinger
Ingrid Mössinger , Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz, hat der sächsischen Stadt durch den Kauf einer CD eine weltweit beachtete Bob-Dylan-Ausstellung gesichert. Die Kunsthistorikerin fand auf dem Cover des Dylan-Samplers »Just Like a Woman« einen kunstvoll gestalteten Schmetterling und fragte sich prompt, ob der Meister der gesungenen Poesie nicht auch bildnerisch tätig sei. Bei Recherchen in einem New Yorker Antiquariat stieß Mössinger tatsächlich auf das 1994 erschienene Buch »Drawn Blank«, in dem Dylan 92 eigene Schwarzweißzeichnungen veröffentlicht hatte. Über den Verlag kam die resolute Direktorin an einen E-Mail-Kontakt zum Künstler - und hatte zwei Tage später die Zusage, weltweit erstmals 170 Aquarelle und Gouachen von Dylan im einstigen Karl-Marx-Stadt auszustellen. Das Gesamtwerk des Künstlers beziffert Mössinger auf 320 Werke, der Sänger habe offensichtlich »sehr hart« an seiner zweiten Karriere gearbeitet. Die Dylan-Ausstellung ist nicht der erste Coup der Generaldirektorin. Sie lockte bereits mit vielbeachteten Werkausstellungen von Pablo Picasso, Edvard Munch und Henri de Toulouse-Lautrec Hunderttausende Kunstinteressierte nach Sachsen. Bob Dylan selbst wird zur Vernissage am 27. Oktober nicht erwartet, was für Mössinger eher hilfreich ist: »Bei dem Ansturm hätten wir erst einmal die Statik des Hauses prüfen müssen.«