INTERNA.
Sergej Tulpanow, Sowjet-General der Reserve, gab in seinen Gastvorlesungen an der West-Berliner FU Kreml-Interna preis: Die Sowjet-Union habe ihre Entwicklungshilfe einschränken müssen, »weil wir Milliarden Rubel für Befestigungen an der sowjetisch-chinesischen Grenze ausgeben mußten« -- so berichtete Tulpanow, der an der Leningrader Universität über Entwicklungshilfe liest. In fließendem Deutsch, das er als Deutschland-Experte der Sowjetischen Militäradministration in Ost-Berlin (von 1945 bis 1949) vervollkommnete, klagte er über die Auswirkungen des »sehr, sehr traurigen« Konflikts zwischen Moskau und Peking: »Diese Tatsache hat uns geschwächt gegenüber den imperialistischen Ländern, besonders aber in der Entwicklung des Sozialismus im eigenen Land.« Tulpanow, der einst in Ost-Berlin mithalf, die demokratischen Parteien und die Humboldt-Universität zwangsweise in das kommunistische System zu integrieren, bekannte, Moskau habe inzwischen einsehen müssen, daß es verschiedene Wege zum Sozialismus gebe.