ITALIEN Invasion der Stare
Etwa vier Millionen Stare, auf der Durchreise ins nordafrikanische Winterquartier, bescheren Rom ernste ökologische Probleme. Sie übernachten seit einigen Wochen regelmäßig auf Bäumen in der »Ewigen Stadt«. Dabei bedecken sie ganze Straßenzüge mit einer Schicht von Exkrementen, ruinieren parkende Autos und beschmutzen Passanten. Bei Regen bringt der glitschige Vogelkot Fußgänger und Motorroller zu Fall. Zusätzlich verärgert der stechende Geruch die Anwohner. Um die Schäden zu begrenzen, versuchen Stadtverwaltung und Vogelschutzbund die Stare mit ausgeklügelter Technik zu vertreiben: Wenn gegen 17 Uhr die Vogelschwärme ihre Tages-Fressplätze in der Umgebung Roms verlassen und die Nacht-Bäume in der Stadt ansteuern, wo es wärmer und sicherer ist, gellt in besonders betroffenen Stadtvierteln aus Hunderten Lautsprechern der auf CD gebrannte Angstschrei eines Stars durch die Dämmerung. Gelegentlich erfüllt der Schreckruf seinen Zweck: Die Star-Truppe flieht - leider nur in einen anderen Stadtteil. Weil die Invasion von Jahr zu Jahr größer wird und die Vögel teilweise bis Mitte Januar im Raum Rom verweilen, wenden sich die italienischen Vogelschützer mit einem Anliegen an Skandinavier, Deutsche und Russen: Dort wo das Starenvolk brütet, sollte es mit empfängnisverhütenden Mitteln gefüttert werden.