Irregeleitete Landelogik - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 111 / 119

Briefe

Irregeleitete Landelogik
• aus DER SPIEGEL 30/1994
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Irregeleitete Landelogik

(Nr. 28/1994, Luftfahrt: Neue Zweifel an der Computersteuerung des Airbus)

Bei keinem der angeführten Airbus-Unfälle war bisher von technischem Versagen die Rede. Vielmehr haben die Systeme offensichtlich immer wie definiert gearbeitet. Das Problem ist, daß diese Definition erhebliche Lücken hat und dazu skandalös dürftig dokumentiert ist. *UNTERSCHRIFT: Rabertshausen (Hessen) CHRISTIAN KEPP Flugkapitän Airbus A 340

Genausowenig wie kein halbwegs gut ausgebildeter Pilot ein Linienflugzeug in einem Winkel von 28 Grad starten würde, fällt auch keinem Piloten ein, die Schubumkehr und Störklappen absichtlich im Flugzeug zu betätigen. Genau das will die irregeleitete Landelogik ja verhindern. Die Kehrseite dieser Logik ist das fehlerhafte Sperren aller Bremshilfen am Boden wie in Warschau. Ich frage mich, wieso Airbus ohne Rücksicht auf Verluste Computersysteme für Situationen entwickeln will, die im richtigen Leben niemals auftreten. *UNTERSCHRIFT: Friedrichsdorf (Hessen) CHRISTIAN HEEZEN Kopilot der Deutschen Lufthansa

Zum Glück baut der SPIEGEL keine Flugzeuge! Denn erstens ist die Minimum Control Air-Speed nicht etwa die Geschwindigkeit des Strömungsabrisses, sondern die minimale Geschwindigkeit, bei der eine mehrmotorige Maschine bei Ausfall eines Triebwerks gerade noch kontrollierbar ist. Zweitens werden heute in allen modernen Linienflugzeugen Computersysteme verwendet. Daß diese bisher auch viele Unfälle verhindert haben, wäre auch mal einen Artikel wert. *UNTERSCHRIFT: Bern JAN ATTESLANDER

Zur Ausgabe
Artikel 111 / 119

Mehr lesen über