Israel will Araber im All belauschen
Israel bereitet den Start eines hochentwickelten Elektronik-Satelliten vor. Der Wellen-Späher Amos soll auf eine geostationäre Position über Ostafrika geschossen werden - so nahe den arabischen Nachrichten-Sputniks, daß er den Arabsat-Funkverkehr abhören kann. Bereits 1985 startete die in Riad ansässige Arab Satellite Communications Organization die bislang einzigen arabischen Raumsonden: Arabsat 1 wurde von einer europäischen Ariane-Rakete ins All getragen, Arabsat 2 folgte nur vier Monate später an Bord der US-Raumfähre Discovery. Amos soll voraussichtlich zehn Jahre lang unmittelbar neben Arabsat 2 auf Lauschstation bleiben, berichtet das US-Fachjournal Signal aus Nasa-Quellen. Viele der Amos-Systeme wurden bereits im Herbst 1988 in Jerusalems erstem Aufklärungs-Satelliten, Ofek 1, getestet, der nach Auskunft von Juval Neeman, Leiter der israelischen Weltraumagentur, »militärisches Potential« enthielt. In Kürze wollen die Israelis einen neuen Raumspäher auf eine 400 Kilometer hohe Umlaufbahn bringen: Die verbesserten opto-elektronischen Sensoren von Ofek 2 sollen Objekte erkennen können, die kaum größer als 30 Zentimeter sind - »ein technologischer Quantensprung für Israels Weltraumprogramm«, meint Signal.