Jack Lang
Jack Lang , 66, ehemaliger französischer Kulturminister und Möchtegern-Kandidat der Sozialistischen Partei (PS) für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr, hat sich angesichts der wachsenden Beliebtheit seiner parteiinternen Rivalin Ségolène Royal , 52, zu einer Eigenlob-Tirade verstiegen. In einem Interview mit der Wochenzeitschrift »Nouvel Observateur« auf den Vorsprung Royals in den Meinungsumfragen angesprochen, versicherte der Sozialist, er sei alles andere als unpopulär. So sei er kürzlich (am 22. Juli) bei einem Musikfestival in der Bretagne auf die Bühne gestiegen und von 50 000 Jugendlichen mit dem Ruf »Jack président« bejubelt worden. Daran vermag sich allerdings niemand zu erinnern, und die Veranstalter höhnten öffentlich: Sie seien wohl »Opfer einer kollektiven Amnesie« geworden. Auf seiner Internet-Seite (http://www.jacklang.net) veröffentlichte Lang das Interview dennoch in vollem Wortlaut. Unter dem Titel »Warum ich es sein muss« lobt sich der Franzose als ein Politiker, der zugleich »revolutionär und ein Staatsmann« sei, »erfahren und fähig, auch mal einen Tisch umzuwerfen«. Er habe auch bewiesen, dass er in der Lage sei, »Berge zu versetzen«. Daher sei er der richtige Mann, um Frankreich nach Jahren der »Mittelmäßigkeit« wieder in Bewegung zu bringen. Royal, die sich jüngst als Strand-Bikini-Schönheit von Fotografen hatte überraschen lassen, werde derzeit von Journalisten unterstützt, die ihr
»wie Schafe« folgten, die sich heute für sie begeisterten und sie »morgen hinrichten werden«.