Jean-Claude Gayssot
Jean-Claude Gayssot, 56, französischer Verkehrsminister mit kommunistischem Parteibuch, geriet in einen Konflikt zwischen Amtspflicht und Loyalität zu seinem Fahrer. Reporter des Magazins »Auto Plus« waren auf Motorrädern der ministeriellen Karosse durch Paris und in die Provinz gefolgt. Denn der Minister führt eine Kampagne gegen Verkehrsrowdies, die Frankreich zum Land mit der höchsten Zahl von Straßentoten in Europa machen. Bilanz für Gayssots Renault: Viermal wurde die zulässige Geschwindigkeit überschritten, zweimal Rot überfahren und einmal ein Bussen vorbehaltener Straßenstreifen benutzt. Das mache »14 520 Francs Bußgeld und 17 Strafpunkte in der Verkehrssünderkartei«, rechnete »Auto Plus« vor: »Führerschein weg«. Von der Presse zur Rede gestellt, wollte Gayssot dem Genossen Chauffeur nicht die Schuld zuschieben, stieß aber auch mit der Ausflucht auf Spott, Minister hätten es oft eilig und im Auto säße ja ein Flic. »Le Parisien« empfahl Gayssot darauf als Kampagnen-Parole den Satz: »Fahrt, wie ich sage, aber nicht, wie ich fahre«.