Jewel
Jewel , 29, amerikanische Popsängerin ("Pieces of You"), beeindruckte auf ihrer Promotiontour für zwei neue Alben »Intuition« und »0304« in London mit Witz und Interesse für Atomphysik. Jewel (bürgerlich Jewel Kilcher), das nette Mädchen von nebenan, hat sich nicht nur in eine leicht verderbt wirkende Diva verwandelt. Sie bekannte auch, schon in ihrer Jugend Anaïs Nin, Charles Bukowski und Pablo Neruda gelesen zu haben, aber auch Octavio Paz und Rilke. Im Augenblick interessiere sie sich sehr für die »Superstring-Theorie« der Quantenphysik, wobei es ihr auch um »Theologie« gehe und sie ziemlich fasziniert davon sei, dass sich im 15. Jahrhundert die »Wissenschaft von der Spiritualität« trennte und »empirisches Wissen« an die Stelle von »religiösen Schlussfolgerungen« trat. Bei so viel geballter Intellektualität war die versammelte Reporterschar dann doch erleichtert, als Jewel auf eine unverschämte Frage blitzschnell mit scharfem Humor reagierte. Wie denn ihre Grabinschrift lauten könnte? »Am liebsten wäre mir, dass alte Männer auf ihren Veranden sitzen und sagen: ,Diese Jewel. Hübsche Beine.'«