TV-DUELL »Journalistisch zulegen«
SPIEGEL: Das erste TV-Duell zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber bestach durch ein enges Korsett. Lässt das Spektakel keinen Platz für hartes Nachhaken?
Brender: Doch. Die Regeln sind zwar eindeutig, aber sie lassen natürlich Raum für überraschende Nachfragen und auch Provokationen, die eine Debatte interessant machen.
SPIEGEL: Nach dem ersten Duell bei Sat.1 und RTL drängte sich allerdings der Eindruck auf, die Fragen der Moderatoren seien den weichgespülten Politikerantworten angepasst.
Brender: Die Moderatoren des ersten Duells standen unter einem enormen psychischen Druck. Der entfällt jetzt, und wir können von den Erfahrungen der Premiere profitieren.
SPIEGEL: An den starren Regeln soll nichts geändert werden, neue Akzente müssen also journalistisch gesetzt werden. Was werden ARD und ZDF bei der zweiten Runde am Sonntag anders machen?
Brender: Klar, dass wir journalistisch zulegen müssen. Deswegen werden Fragen und Nachfragen so getrimmt, dass es für Stoiber und Schröder schwer sein wird, nur Gelerntes von sich zu geben. Wir werden mit den Moderatorinnen und den Redaktionen Gesprächsverläufe, Themenfelder und geschickte Varianten des Nachfragens besprechen.
SPIEGEL: Haben Sie nach der gepflegten Langeweile der ersten Runde nicht Angst, dass nun keiner mehr zuschaut?
Brender: Im Gegenteil. Nach dem Unentschieden kommt das Finale. Die Leute wollen wissen, wer der Bessere ist.