JUGENDSTIL - DER SPIEGEL
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Briefe

JUGENDSTIL
• aus DER SPIEGEL 22/1952
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JUGENDSTIL

(Nr. 18/52, Bücher)

Ihr Bericht über die Kontroverse Enoch-Fischer-Bücherei könnte noch dahin ergänzt werden: Wer seine Bibliothek über die letzten Jahrzehnte hinweg retten konnte, wird unter den älteren Ausgaben Bücher finden, deren Schutzumschlag in blühendem Jugendstil neben verführerischen, blumenumrankten Damen am oberen und unteren Rande durchgehende farbige Streifen, auf der Rückseite ein Autorenbild mit kurzer biographischer Notiz zeigt. Der Fischer-Verlag verwendet derartige Streifen seit 1896, zweifellos in der Absicht, für die bildliche Darstellung des Titels ein anderes als das graphisch nicht immer günstige hohe Buchformat zu schaffen. Noch ehe Bermann Fischer ab 1939 die Stockholmer Gesamtausgabe Thomas Manns ebenfalls mit diesen Streifen versah, waren viele um einen wirksam gestalteten Schutzumschlag bemühte Graphiker auf der ganzen Welt den gleichen Weg gegangen. Keiner dieser Graphiker bzw. der Verleger kam jemals auf den Gedanken, diese auf der Hand liegende graphische Lösung monopolisieren zu können. Daher nahm auch keiner von ihnen Anstoß, als die erstmals während des Krieges in Amerika erscheinenden Taschenbücher gleichfalls mit derartigen Streifen ausgestattet waren, die Enoch übrigens später nicht regelmäßig verwandte. Der umgekehrte Stoß, nun von Amerika aus diese Ausstattung exklusiv in Anspruch nehmen zu wollen, wurde Anfang April vom Landgericht in Frankfurt zurückgewiesen, um so mehr als dieser Anspruch die Verbreitung von Titeln verhindern wollte, die überwiegend aus dem alten S. Fischer-Verlag und den Fischer-Emigrationsverlagen herrühren.

Stuttgart

Susanne Ulrici

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