JUNGDEMOKRATEN - DER SPIEGEL
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Briefe

JUNGDEMOKRATEN
• aus DER SPIEGEL 11/1964
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JUNGDEMOKRATEN

In dem Artikel »Unser Messias« erklären Sie Madagaskar als »auf dem Wege zum Einparteien-Regime« befindlich. Diese Information ist - ebenso wie manche andere Ausführung in diesem Artikel - objektiv unrichtig.

Unter der Führung von Staatspräsident Tsiranana, einem freiheitlich gesinnten, ruhigen und abgewogenen Manne, bemüht sich die madagassische Regierung redlich, ihr Land in Freiheit und Recht aufzubauen; Rede- und Pressefreiheit sind gewährleistet. Zeitungen aller Schattierungen - darunter auch mehrere kommunistische - erscheinen ungehindert, und eine Vielzahl von Parteien bemüht sich um die Gunst der Wähler; mehrere sind im Parlament vertreten.

Die mehrfachen - übrigens bisher vergeblichen - Bemühungen zum Zusammenschluß aller verfassungstragenden, freiheitlichen Parteien in Madagaskar bedeuten keineswegs den Versuch zur

Schaffung eines »Einparteien-Regimes«, zumal die extremistischen Gruppen hierbei von vornherein ausgeschlossen wurden.

Madagaskar steht von allen Ländern des schwarzen Kontinents der Bundesrepublik besonders nahe und tritt bei jeder sich bietenden Gelegenheit für eine Wiedervereinigung aller Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungsrechts ein. Angesichts des uns dort entgegengebrachten Interesses muß die auf Unkenntnis beruhende Kennzeichnung des Landes als »auf dem Wege zum Einparteien-Regime« befindlich verletzen. Tananarive (Madagaskar) DR. FERDINAND FRIEDENSBURG

Friedensburg*

* Sohn des Berliner CDU-MdB Ferdinand Friedensburg und Botschafter der Bundesrepublik in Madagaskar.

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