Junge Sprinter - alte Knacker - DER SPIEGEL
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Briefe

Junge Sprinter - alte Knacker
• aus DER SPIEGEL 25/1979
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Junge Sprinter - alte Knacker

(Nr. 23/1979, Briefe zu dem offenen Brief des SPIEGEL-Redakteurs Klaus Pokatzky an Karl Carstens)

Die Leserzuschriften habe ich geradezu verschlungen, weil sie zum größten Teil das aussagten, was ich mir auch gedacht habe.

Weingarten (Bad.-Württ.) INGE REINCKE

Noch nie haben mich Leserbriefe so auf die Palme gebracht. Behaupten doch einige unbelehrbare Alte, daß ein 25jähriger nicht für die Jugend sprechen könne. Da kommt mir doch die Galle hoch.

Berlin BERND ROSIN, 19

Es hat den Anschein, als würden viele Personen der Generation, die die NS-Terrorherrschaft miterlebt haben, der Meinung sein, daß »Jüngere« nicht das Recht hätten, die Vergangenheit der älteren Generation (und die des Herrn Carstens) zu analysieren, diskutieren und gegebenenfalls zu kritisieren. Ist eine solche Beurteilung mit unserem Grundgesetz zu vereinbaren? Ich glaube nicht.

Gevelsberg (Nrdrh-Westf.) STEFAN KRAUS, 14

Mancher Leserbrief à la Junge Union hat mich endgültig überzeugt: Niemals CDU!

Bad Honnef (Nrdrh.-Westf.)

MICHAEL-GÜNTHER GROSSJOHANN

Zu Herrn Konrad möchte ich sagen: Herr Carstens soll die Jugend motivieren? Wozu motivieren?

Pinneberg (Schlesw-Holst.) MICHAEL ARENZ, 21

Ihre beharrlichen Rechtfertigungen, Herr Wentzek, betrüben mich; die permanente Roßtäuscherei kotzt mich an. Es geht, verdammt noch mal, darum, daß ihre Sehnsucht nach der Zucht und der Ordnung nicht die unsere ist.

Mainz MANFRED HOFMANN

Die jungen Sprinter, die sich in SPIEGEL-Briefen aussauen, haben meine Meinung bekräftigt: Mißtraue jedem unter dreißig.

München JOSEF P. MALT

Einige alte Knacker haben bis heute nichts gelernt. Wahrscheinlich können sie nicht überwinden, daß ihnen bei Stalingrad die Fresse poliert wurde.

Berlin CHARLOTTE LEMBKE, 17

Sehr geehrtes Fräulein Pokatzky, ein Blick auf Ihr Konterfei unter »Briefe« genügt vollkommen, um Sie dort einzureihen, wo Sie hingehören!

Travemünde (Schlesw-Holst.) HANS WELHAKE

Nach den Leserbriefen zu urteilen, haben wir diesen Präsidenten verdient.

Lampertheim (Hessen) ANDREAS LAPPÖHN

Herr Otto Dülberg, Ihre Mitteilung, sich mit dem offenen Brief den Hintern abgeputzt zu haben, brachte mich zu dem Schluß, daß Sie ein Scheiß-Problem haben müssen!

Aachen (Nrdrh.-Westf.) HEINER FRANZEN

Wir, großgeworden mit einem »silbernen Löffel im Schnabel«, haben nicht zu fragen und schon gar nicht mitzureden, Herr Henke? Sollen wir dankbar sein für einen versilberten Plastiklöffel, der auf Kredit gekauft wurde, den alle zurückzuzahlen haben, ohne nach dem »Warum« fragen zu dürfen? Dürfen wir nicht teilhaben an unserer Zukunft«?

Bonn HANS-PETER OSTEN

Es stimmt versöhnlich, daß aus der älteren Leserschaft nicht nur Ablehnung und Zynismus als Reaktion erfolgte. Straubing PETER E. HINDEMITT-BLUM, 32

Herr Pokatzky, dem Namen schon nach sind Sie bestimmt kein deutscher Rassetyp! Sie sind rotzig-dumm. Lassen Sie sich nur nach Sowjetrußland versetzen! Dort werden solche intelligenten Schweinsköpfe wie Ihrer einer ist, hochgesucht, zur Volksverblödung. Was hat man aus unserer Heimat gemacht! Mit Presse, Kino, Fernsehen! Die BRD ist eine offene Lasterstätte von Unzucht, eine erschreckende sexuelle Sündflut ist hereingebrochen! Gott gebe es, daß Herr Carstens als Präsident wenigstens beitragen möchte, den Untergang der BRD aufzuhalten.

Mannheim (Bad.-Württ.) W. BEYER

Die Zuschriften sind so kontrovers wie in unserer gespaltenen Gesellschaft nicht anders zu erwarten. Der Platz, den Sie diesen Bekenntnissen einräumen, beweist immerhin, welchen Wert Sie -- mit Recht -- dieser Polarisierung beimessen.

Burgborg (Bad.-Württ.) DR. UDO FROESE

Als Chefredakteur einer Schülerzeitung habe ich jegliche Resonanz zu schätzen gelernt. Müssen aber Ausdrücke wie »beschissenster Erguß«, »Scheißhöflichkeit«, »journalistische Jauche« sein? Ein Scheiße in Ehren im alltäglichen Gespräch kann niemand verwehren. Aber bitte nicht in einem ernst zu nehmenden Leserbrief! Etwas weniger Emotionen und ein etwas sachlicherer Ton, vor allem dann, wenn man auf der Contra-Seite steht, wäre, glaube ich, meine Herren, doch angebrachter.

Ingolstadt (Bayern)

CÄCILIA RHAN NAMGUNG, 17 Schülerin der 12. Klasse, Gymnasium

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