KATHOLISIERUNG
(Nr. 9/1955, Zitate)
Nach der von Ihnen im Auszug wörtlich wiedergegebenen Rede des Landgerichtspräsidenten Theodor Hauth ist anzunehmen, daß dieser ehrenwerte Mann alle Berufe katholisch durchsetzen will. Da er diese Rede vor Studenten gehalten hat, sind seine Ausführungen vielleicht so zu verstehen, daß das römisch-katholische Glaubensbekenntnis zum Beispiel einem Studenten der Jurisprudenz mehr Chancen für seine künftige Laufbahn bietet.
Kiel
KARL VON DER HEYDE
... Herr Hauth will die Lehre der katholischen Kirche, das heißt ihre Dogmen, als allein richtige Weltanschauung, Religion, Moral der deutschen Jugend beibringen. Damit predigt er den Kampf unter uns Deutschen, wie er schon einmal 30 Jahre zu furchtbarer Vernichtung geführt hat.
Freiburg
FRIEDRICH SCHAUER Rechtsanwalt
Es liegt mir sehr daran, Mißverständnissen vorzubeugen und festzustellen, daß Herr Landgerichtspräsident Theodor Hauth nicht im Rahmen der Hochschule gesprochen hat. Die im SPIEGEL angedeutete Rede stand im Mittelpunkt des Festkommerses der im Sommer-Semester 1954 in Nürnberg gegründeten katholischen Studentenverbindung »Burggraf« im Verband der katholischen Studentenvereine Deutschlands, die am 22./23. Januar 1955 ihr Publikationsfest feierte.
Nürnberg
PROF. DR. F. W. SCHOBERT Rektor der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften