Kein Dementi - DER SPIEGEL
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ÄGYPTEN-BERATER Kein Dementi

• aus DER SPIEGEL 28/1954
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Das Bekanntwerden der intimen Beziehungen des Angestellten der ägyptischen Regierung Dr. Wilhelm Voß zu höchsten Bonner Stellen*) hat zu verschiedenartigen, in ihren Unterschieden höchst bemerkenswerten Reaktionen geführt.

Gemeinsam ist nur dies: Weder die betroffenen Offiziere im Amt Blank noch die höchsten Beamten des Auswärtigen Amtes haben ihre Zusammenarbeit mit dem Bediensteten Ägyptens dementiert.

Während aber Sicherheitskommissar Theodor Blank sofort eine Untersuchung angeordnet hat, welcher Art und welchen Ausmaßes das Material war, das Dr. Wilhelm Voß nach seiner eigenen Aussage von »befreundeten kompetenten Offizieren« aus dem Amt Blank erhielt, fanden im Auswärtigen Amt nur Nachforschungen darüber statt, auf welchem Wege dem SPIEGEL bekannt wurde, daß AA-Staatssekretär Walter Hallstein auf enge Zusammenarbeit mit Dr. Voß Wert gelegt und daß Dr. Voß ihn interessierende Geheimdokumente des Außenamtes erhalten hat.

Der deutsche Botschafter in Ägypten, Günther Pawelke, der sich zur Zeit auf seinem turnusmäßigen Dreimonatsurlaub befindet, hat, wie aus der Personalabteilung des Außenamtes verlautet, inzwischen auf Grund der Geschehnisse zwischen Kairo und Bonn um seine Versetzung in den Ruhestand gebeten.

Aber noch ehe AA-Personalchef Josef ("Rotkopf") Löns, der sich ebenfalls in Urlaub befindet und erst im August im Amt zurückerwartet wird, die Personalakte Pawelke nach seiner Rückkehr wird abschließen können, wird Staatssekretär Walter Hallstein im Bundestag dazu Stelgung nehmen müssen.

Mehrere Koalitionsabgeordnete bereiten eine Parlamentsanfrage über die mysteriösen Vorgänge vor. Ihrer Meinung nach muß vor allem untersucht werden, welche Folgen die Brüskierung des deutschen Botschafters durch direkte Beziehungen Bonns zu Voß für die deutsch-ägyptischen Beziehungen und für das Verhältnis der Bundesrepublik zum Westen haben wird.

*) DER SPIEGEL zitierte in der Nummer 27 vom 30. Juni 1954 einen Brief des Dr. Wilhelm Voß an das ägyptische Kriegsministerium, in dem Voß mitteilte, er habe von hohen Bonner Militärs Dienstvorschriften und Instruktionen für die ägyptische Armee erhalten, was streng geheim bleiben müsse. Voß hat auch ständig Material aus dem Bonner Auswärtigen Amt bekommen.

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