Kein schlechter Einfall - DER SPIEGEL
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Briefe

Kein schlechter Einfall
• aus DER SPIEGEL 18/1981
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Kein schlechter Einfall

(Nr. 15/1981, Szene)

Es war nicht der schlechteste Einfall von Alfred Andersch, sein Gedicht, den Kritiker Marcel Reich-Ranicki betreffend, nicht zu veröffentlichen. Seine Nachlaßpfleger haben ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, der SPIEGEL hat diesen Strich nun nachgezogen. Obwohl es manche Indizien dafür gibt, daß Andersch ein bedeutender Autor war, findet sich in dem Gedicht kein einziges davon. Ebensowenig findet sich ein glaubwürdiger Hinweis auf die Schlechtigkeit Reich-Ranickis. Die Dichter müßten sich schön fürchten, wenn jedes ihrer unbedachten Worte oder jede ihrer aussortierten Zeilen hervorgezerrt würden: von Kulturredakteuren, die damit nicht etwa den jeweiligen Dichtern oder der Literatur behilflich sein wollen, sondern sich untereinander bekriegen und nach Munition suchen.

Berlin JUREK BECKER

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