»Kein Schmuddelkram« - DER SPIEGEL
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SATIRE »Kein Schmuddelkram«

Rüdiger Jung, Autor der kommende Woche ausgestrahlten RTL-Comedy-Serie »Wie war ich, Doris?«, über die Kritik des Bundeskanzlers
• aus DER SPIEGEL 44/1999
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SPIEGEL: Naddel musste ihre Witze auf Anweisung der RTL-2-Aufseher einstellen - befürchten Sie Ähnliches?

Jung: Ich fand die Witze auch unter aller Kanone. So etwas würde ich nicht machen.

SPIEGEL: Können Sie verstehen, dass sich Bundeskanzler Schröder Witze über sein Privatleben in Ihrer Sendung verbittet?

Jung: Nein. Er weiß überhaupt nicht, was wir machen, und hat auch nie nachgefragt. Er hat offenbar gemerkt, dass er falsch beraten wurde und daraufhin versucht, sich anders zu geben. In dieser Zeit wurde bekannt, dass wir eine Satire planten. Anstoß genommen hat Schröder allein wegen des Titels, der zeigen soll, dass jemand aus purer Eitelkeit über seine Wirkung nachdenkt. Die harsche Reaktion zeigt für mich den hohen Grad der Verunsicherung.

SPIEGEL: Haben Sie nach der Reaktion des Kanzlers noch etwas verändert?

Jung: Nein, das ganze Drehbuch lag ja schon vor. Wir haben nur auf politische Aktualität hin umgeschrieben.

SPIEGEL: Und das Private?

Jung: Doris Schröder-Köpf ist First Lady, die an seiner Seite steht. Aber es geht nicht um private Details.

SPIEGEL: Obwohl alles in der Satire erlaubt ist?

Jung: Ich würde keinen Schmuddelkram machen, keine privaten Details auspacken. Da gibt es für mich eine klare Grenze.

SPIEGEL: Rechnen Sie mit weiterer Kritik des Kanzlers?

Jung: Nein. Jahrzehntelang gab es politisches Kabarett in Deutschland. Es ist doch in Ordnung, wenn die Mächtigen der Republik aufs Korn genommen werden. Ich mache ja nichts Schlimmes.

SPIEGEL: Werden Sie nach den sechs Folgen weitere Fortsetzungen schreiben?

Jung: Warum sollte es nächstes Jahr nicht weitergehen, wenn es ein Erfolg wird?

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