TV-SHOWS »Keine Knebelverträge«
SPIEGEL: Am Freitag findet die vom NDR veranstaltete Vorausscheidung zum Grand Prix Eurovision statt. Haben Sie keine Angst, angesichts des aktuellen Hypes um »Deutschland sucht den Superstar« völlig unterzugehen?
Meier-Beer: Nein. Niemand verzichtet darauf, am Freitag ARD zu schauen, nur um noch genügend Energie für RTL am Samstag zu haben. Außerdem gibt es ja genug Unterschiede: Wir suchen einen Song, keinen Sänger. Wir arbeiten mit allen Plattenfirmen zusammen, nicht nur mit einer. Und wir haben keine Knebelverträge.
SPIEGEL: In den letzten fünf Jahren war der Grand Prix dank schlagzeilenträchtiger Einlagen von Teilnehmern wie Stefan Raab stets ein großes Medienthema. In diesem Jahr aber gibt es nicht einmal ein Skandälchen.
Meier-Beer: Schlagzeilen gab's immer in der Probenwoche vor dem Finale, wenn alle Künstler in einem Hotel untergebracht sind. Warten wir doch also erst einmal ab.
SPIEGEL: Allerdings kommt ein Großteil der Berichterstattung von der »taz« und der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«, die eigene Kandidaten ins Rennen schicken und entsprechend bewerben. Ist das nicht Wettbewerbsverzerrung?
Meier-Beer: Nein, zumal sich auch für andere Musiker Medienpartner gefunden haben: »Hürriyet« und »Yam« unterstützen ebenfalls Kandidaten, und Komponist Ralph Siegel hat sich mit der »Freizeit Revue« zusammengetan. Zuletzt hat sich sogar das »Mindener Tageblatt« gemeldet und wollte einen Künstler betreuen.
SPIEGEL: Immerhin hat die ARD versucht, mit »Deutschlands Talente« dem Erfolg von »Deutschland sucht den Superstar« nachzueifern, und dafür gleich ein Plagiatsverfahren von RTL kassiert.
Meier-Beer: Es ist einfach nur absurd, Angst um ein vermeintlich ähnliches Show-Logo zu haben. Auf der anderen Seite ist es ermutigend für uns, wenn RTL gleich zu juristischen Mitteln greift, sobald wir ein neues Show-Konzept in Stellung bringen.