Kinnock unter Gewerkschaftsdruck
Die britischen Gewerkschaften bringen Labour-Führer Neil Kinnock in Not. Der Gewerkschaftsdachverband TUC wird Kinnock auf seinem Kongreß Anfang September in Glasgow auffordern, im Falle seines Wahlsiegs die Gesetze wieder abzuschaffen, mit denen Margaret Thatcher in den achtziger Jahren die Gewerkschaften zähmte. Diese Reform beendete das katastrophale Streikchaos und ist inzwischen selbst bei der gemäßigten Linken populär. Labour kann ohne Wähler aus der Mitte nicht gewinnen, braucht aber auch Gewerkschaftsgelder und -stimmen. Die konservative Regierung will das Dilemma noch weiter verschärfen: Sie kündigte neue Anti-Gewerkschaftsgesetze an. Kinnock versucht, Zeit zu gewinnen. Er will den TUC-Kongreß besuchen, aber keine Rede halten, um sich nicht festlegen zu müssen.