GESUNDHEIT Klamme Kassen
Noch schlimmer als bislang bekannt stellt sich die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung dar. Laut abschließender Berechnung machten die Kassen im Jahr 2002 einen Verlust von 3,4 Milliarden Euro - über 400 Millionen Euro mehr, als Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) öffentlich eingeräumt hat. Und obwohl die Krankenkassen inzwischen ihren Beitragssatz auf durchschnittlich 14,3 Prozent des Bruttolohns erhöhten, wird sich ihre Lage in diesem Jahr weiter verschärfen. Nach einer internen Prognose rechnet Schmidt damit, dass die Ausgaben im Vergleich zu 2002 um 1,3 Prozent steigen werden, die Einnahmen hingegen stagnieren. Zum Auftakt der Geheimverhandlungen um die Gesundheitsreform räumte die Ministerin gegenüber der Opposition ein, dass sie inzwischen selbst mit steigenden Beiträgen rechnet. Wolle man den Krankenkassen die Möglichkeit geben, ihre Schulden zurückzuzahlen und die gesetzlich vorgeschriebene Reserve aufzufüllen, sei ein Beitragssatz von 15 Prozent nötig.