Gestorben Klaus Töpfer, 85
AP
Mit einem publikumswirksamen Kopfsprung in den Rhein katapultierte er im Mai 1988 die Umweltpolitik ins öffentliche Bewusstsein. Seither focht er als Helmut Kohls Umweltminister für die Bewahrung der Schöpfung. Sauberes Wasser und saubere Luft, Lebensraum für Pflanzen und Tiere: Das waren für Klaus Töpfer Güter, für die eine christliche Partei verpflichtet sei zu kämpfen. Er hatte das Thema als ein konservatives entdeckt. Töpfer legte sich mit der Atomindustrie an, er setzte die damals weltweit schärfsten Dioxin-Grenzwerte durch. Er stand für das Verbot von Ozonschicht-zerstörenden Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW). Und er verhalf dem Umweltgipfel in Rio de Janeiro, dem ersten seiner Art, zum Durchbruch. Man feierte ihn als »Retter von Rio«. Nach seinem Abschied aus der Bundespolitik ging er als Exekutivdirektor des Uno-Umweltprogramms nach Nairobi. Seiner Partei, der CDU, war Töpfers Eifer da längst lästig geworden. Die Grünen dagegen priesen ihn wie einen der ihren. »Wir belügen uns selbst, wenn wir glauben, wir lebten in hohem Wohlstand«, sagte Töpfer. »Dieser Wohlstand ist nur geliehen. Die Kosten dafür wälzen wir ab, auf die Umwelt und auf künftige Generationen.«