Klaus Töpfer,
53, Bundesumweltminister, machte vor dem Umweltgipfel in Rio noch einmal gute Miene zum anstrengenden Public-Relations-Spiel. Eine Stunde lang vor Abflug nach Rio de Janeiro am vorigen Montag diskutierte der Minister auf dem Köln-Bonner Flughafen mit rund 50 Kindern Umweltfragen. Nachdem ihm die Kinder, die von der Öko-Zeitschrift Natur herangekarrt worden waren, nach brasilianischem Brauch auf gelbe Bänder geschriebene Wünsche ums Handgelenk gebunden hatten, ließ er auch noch eine PR-Aktion der Zeitschrift Micky Maus über sich ergehen: Der Bundesumweltminister nahm rund 20 Säcke, gefüllt mit 170 000 von Kindern geschriebenen und an ihn weiterzuleitenden Postkarten, entgegen. Schließlich mußte er auch noch über einen weißen, mit Kinderwünschen beschriebenen Leinenteppich (Foto) zum Flugzeugzubringer schreiten. Im Flughafenbus verließ Töpfer dann die zur Schau gestellte Gelassenheit. Noch während er nach draußen den Kindern zuwinkte, drehte sich der Minister stöhnend zu seiner Delegation um und seufzte: »Also wißt ihr, bei so wat sacht der westfälische Bauer immer: Wat zuveel is, is zuveel.«