KLEINGÄRTNER
(Nr. 21/1970, August von Finck)
»Der Teufel scheißt doch immer auf denselben Haufen« (Volksmund).
Heidelberg WOLFRAM MOLLTOR
August Finck wird sich wundern, wenn er eines Tages nach seinem Geiz bemessen wird und nicht nach seinem Geld. Was dabei wohl herauskommt?
Allmersbach (Bad.-Württ.) ECKHARD KRÖNCKE
Wäre es in diesem Zusammenhang nicht interessant, einmal Erhebungen über den Grundbesitz der Kirchen anzustellen? Es könnte doch sein, daß Herr von Finck neben diesem Besitz sich nur noch wie ein Kleingärtner ausnimmt.
Gelsenkirchen H. GUENTHER
Hinzu kommen noch die »modernen« bayrischen Ludwig-Thoma-Geschichten um Franz Josef Strauß mit ihrem »amüsanten« Onkel Alois-» Fibag-, SPIEGEL-, HS-30-Schützenpanzer-- und neuerdings auch dem Vera-Brühne-Kapitel, nebst den politischen und ministeriellen Helfershelfern ... als Romanfiguren.
München GEORG WALDSCHÜTZ
Endlich hat Deutschland seinen Dagobert Duck!
Hamburg WOLFGANG KIECK
Die hohe Wertschätzung, die ich Herrn von Finck aufgrund einer 15jährigen Verbundenheit im geschäftlichen und privaten Bereich entgegenbringe, verbietet es mir, auch nur mit einem Satz zu der im SPIEGEL erfolgten menschlichen Beurteilung Stellung zu nehmen, denn von einer Arbeit ernst zu nehmender Journalisten kann bei diesem jeder Achtung menschlicher Würde und Wahrung primitivster Anstandsregeln hohnsprechenden Pamphlet keine Rede sein, zumal diese Ausführungen sogar die private Sphäre berühren. Ich sehe es aufgrund meiner eigenen Erfahrungen als meine Pflicht an, vorbehaltlos zu erklären -- ich tue das auch im Namen aller Vorstandsmitglieder -, daß Herr von Finck eine große und weitsichtige Unternehmerpersönlichkeit ist. Ohne an dieser Stelle auf Einzelheiten eingehen zu können, weise ich nur darauf hin, daß er die Beteiligungen an Unternehmungen nicht ausschließlich als Kapitalanlagen mit hoher Renditeerwartung oder sogar als spekulative Handelsobjekte ansieht, sondern sie als wirkliche Eigentumsanteile betrachtet. Er beschäftigt sich darum eingehend mit wichtigen Unternehmensproblemen und wirkt an unternehmerischen Entscheidungen aktiv mit. Daß bei seinen Entscheidungen die wirtschaftliche Sicherung des Unternehmens und der darin tätigen Menschen sowie eine Weiterentwicklung auf gesunder Basis das oberste Ziel ist, und er dafür auch bereit ist, bewußt große unternehmerische Risiken zu übernehmen; daß er in der Erhaltung der rechtlichen und wirtschaftlichen Selbständigkeit einer lebensfähigen Gesellschaft die Grundlage der gesunden Weiterentwicklung sieht, jedoch sinnvollen Kooperationen gegenüber positiv eingestellt ist. Eine Beurteilung der sich aus der Bodenreform ergebenden Probleme steht keiner Stelle zu, solange nicht das Ergebnis des parlamentarischen Untersuchungsausschusses feststeht. Das sollte in einem Rechtsstaat selbstverständlich sein.
Hüttental-Geisweid (Nrdrh.-Westf.)
DR. RER. POL. H. C. KARL BARICH Vorsitzender des Vorstandes Stahlwerke Südwestfalen AG
Ich hoffe, Herr von Finck bekommt auf seine Knieverletzung nicht noch eine Rente.
Düsseldorf GERHARD EGGERT
Daß es solche Typen wie Molières »Harpagon« tatsächlich heute noch gibt, ist köstlich.
München DR. EDUARD BLOSSFELD
Der Individualist von Finck hat nach 1945, von seinem Standpunkt aus gesehen, »moralisch, christlich liberal, deutsch und so weiter« durchaus »richtig« gehandelt. Wohl verstanden, als Individualist. Er und seinesgleichen wären verrückt gewesen, im Rahmen der vorgefundenen Möglichkeiten, die Gunst der Stunde nicht zu nutzen. Da sie gesetzlich ohnehin abgesichert waren, ist ihr Verhalten so gesehen auch heute noch »Rechtens«. Hier finden die Historiker von morgen geschichtlichen Stoff en masse. Nicht auch, sondern schlechthin gehört all das zur unbewältigten Vergangenheit. Wenngleich schon längst in Fäulnis übergegangen, liegt dieser Geschichtsstoff nach wie vor wohlverwahrt unter deutschem Geschichtsteppich. Gnade unserer Demokratie, wenn eines Tages auch die letzten angefaulten kapitalistischen »Stabilitätsträger« zusammenbrechen. Dann, erst dann, gibt es ein Erwachen, allein, zu spät!
Dortmund HERMANN KAMPMANN
Herr von Finck kann für sich in Anspruch nehmen, einer der besten Steigbügelhalter für den Kommunismus zu sein.
Frankfurt H. HENRIETTE ZOPP
Diese Geschichte war spannender zu lesen als der beste Krimi. Ich will hoffen, daß der SPIEGEL über die Ergebnisse des Gremiums berichtet, auch wenn wenig Chancen bestehen, zu einem positiven Ergebnis zu kommen.
Ratingen (Nrdrh.-WestL) FRANZ BÖNTGEN
Wenn auch die Ausführungen von Dritten stammen, sind neun Nullen vor dem Komma und Rechtens immerhin besser als ein von Staatsorganen seinerzeit besetzter SPIEGEL-Verlag. Also -- Hut ab vor Herrn August von Finck.
Paderborn (Nrdrh.-Westf.) HELMUTH CLAUBERG
Zum »Finck«-Report nur: In Neu-Ulm fängt der Balkan an. Siehe Bismarcks Irrtum!
Freiburg DR. H. O. TROESCHER
Aber erlauben Sie einem wissensdurstigen Leser bitte eine Frage (die mich wirklich beschäftigt!): August wäre ja nicht August, wenn er nicht versucht hätte, bei Ihnen ein Informations-Honorar herauszuschlagen? Tutzing (Bayern)
BERND DIETRICH C. HUETTEMANN