Hausmitteilung Kohl / BVB / SPIEGEL CHRONIK 2017
Röbel, Dettmer
Foto: WERNER SCHUERING / DER SPIEGELEs ist von Vorteil, große Themen nicht nur über Monate oder Jahre, sondern sogar über Jahrzehnte zu verfolgen. Manchmal lassen sich nur so Zusammenhänge erkennen, belastbare Schlussfolgerungen ziehen. Markus Dettmer gehört zu den Redakteuren, die 1999 für denSPIEGEL die CDU-Spendenaffäre recherchiert haben, Sven Röbel beschäftigt sich ebenfalls seit mehr als zehn Jahren mit dem Thema Parteienfinanzierung. Im vergangenen Jahr machten sie sich daran, die Affäre neu zu betrachten, Ausschau zu halten nach den ominösen Spendern, von denen Helmut Kohl stets behauptet hatte, dass es sie gebe, ohne dass er je bereit gewesen wäre, ihre Namen preiszugeben. Zusammen mit den Filmemachern Stephan Lamby und Egmont R. Koch leuchteten sie die dunklen Seiten von Kohls Vermächtnis aus. Zu welchem Ergebnis sie gekommen sind, ist zu lesen ab zum Artikel
In eigener Sache: Die Berichterstattung von Claas Relotius steht nach SPIEGEL-Recherchen unter dem Verdacht weitgehender Fälschungen und Manipulationen durch den Autor. (mehr dazu hier: http://www.spiegel.de/relotius) Der SPIEGEL geht allen Hinweisen nach und lässt die Artikel bis zu einer weitgehenden Klärung der Vorwürfe unverändert im Archiv, auch um transparente Nachforschungen zu ermöglichen. Wir bitten um Hinweise an hinweise@spiegel.de
Als sich ein Team vonSpiegel-Redakteuren vornahm, den Bombenangriff auf den Mannschaftsbus des Fußballvereins Borussia Dortmund (BVB) zu rekonstruieren, war vor allem die Skrupellosigkeit des Täters ein Rätsel. Um eine Aktie zum Absturz zu bringen und einen hohen Spekulationsgewinn zu erzielen, hatte Sergej W. offenbar versucht, 28 Menschen in die Luft zu sprengen. Weil sie den scheinbar gänzlich empathielosen Menschen verstehen wollten, besuchten Rafael Buschmann, Jörg Diehl, Özlem Gezer, Claas Relotius, Fidelius Schmid, Jonathan Stock und Takis Würger die süddeutsche Heimat von Sergej W., sprachen mit Freunden, Verwandten, auch mit Angestellten des BVB. Sie sichteten die Akten der Ermittler, reisten zum Tatort und nach Tscheljabinsk in Russland, wo Sergej W. zur Schule gegangen ist. »Der Fall ist einzigartig«, sagt Stock, »Sergej W. ist vielleicht der erste deutsche Attentäter, der töten wollte, um geliebt zu werden.« zum Artikel
Das Jahr 2017 ist ein Jahr der Demokratie, im Guten wie im Schlechten. Die Wahl Emmanuel Macrons in Frankreich zeigte, dass aus verkrusteten Strukturen Hoffnungsvolles erwachsen kann; die Amtsübernahme Donald Trumps beweist das Gegenteil. Deutschland, mit dem Aufstieg der AfD, dem kurzen Aufblitzen einer bunten Jamaikakoalition, steht zurzeit recht orientierungslos zwischen diesen Polen. Angesichts der Lage widmet sich diechronik 2017 ausgiebig der Politik. Die Autorinnen und Autoren blicken zurück auf die Ereignisse, die dieses Jahr prägten, in der Politik, aber auch jenseits davon. Beschrieben wird, unter anderem, das ewige Leben der verstorbenen »Star Wars«-Schauspielerin Carrie Fisher, die Wandlung Philipp Lahms vom Fußballstar zum Unternehmer und der verdient tiefe Fall des Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein. Die CHRONIk 2017 ist ab Mittwoch im Handel erhältlich und wird den Abonnenten zugestellt.
Vorlese-Funktion auf allen Geräten
Das Abspielen von Audiodateien funktioniert mit dieser Ausgabe wieder störungsfrei auf allen Geräten. Seit der Umstellung auf das Betriebssystem iOS 11 hatten Apple-Kunden immer wieder Probleme mit der Vorlesefunktion. Der Grund: iOS 11 unterbricht Tondateien im Sperrbildschirm-Modus nach drei Minuten. Zwar hat Apple den Fehler noch nicht korrigiert, wir haben aber eine technische Alternative geschaffen. Viel Spaß mit dem Audioangebot im digitalen SPIEGEL.