KOITUS INTERRUPTUS. - DER SPIEGEL
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KOITUS INTERRUPTUS.

• aus DER SPIEGEL 45/1970
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ARD-Zuschauer mußten sich bayerischer Sittsamkeit beugen. Auf Einspruch der Münchner Fernseh-Intendanz -- Radio Bremens Programmdirektor Eckart Heimendahl: »Ein starkes Stück« -- entfernte die Bremer Sendeleitung am vergangenen Donnerstag wenige Stunden vor der Ausstrahlung zwei Sequenzen aus ihrer Untersuchung »Was ist männlich?«. Am Abend zuvor hatten die Bayern eine knappe Vorschau auf das Feature gesehen und daraufhin telephonisch gedroht, sich zur Sendezeit aus dem ARD-Programm auszublenden. Um »keinen Präzedenzfall für politische Sendungen« (Heimendahl) zu schaffen, ließ der Bremer Programmdirektor ohne Befragen der Autoren Helmuth Weiland und Istvan Bury in dem sendebereiten 50-Minuten-Streifen eine Koitus-Szene kürzen und ein Transvestiten-Interview streichen insgesamt zwei Minuten. In der Ansage wurden die Schnitte verschwiegen, weil, so Heimendahl, »wir die Transvestiten nicht diskriminieren wollten«. Mutmaßte Weiland: »Wir sind der (durch eine NDR-Sendung über Pornographie entstandenen) »Obszön'-Hysterie zum Opfer gefallen.«

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