LÄNDERFINANZEN Kollektiver Absturz
Der massive Einbruch bei den Steuereinnahmen, speziell bei der Körperschaftsteuer, trifft nicht nur die Länder, in denen große Konzerne sitzen. Über das System des Länderfinanzausgleichs (LFA) bekommen praktisch alle Bundesländer den Einnahmeverfall zu spüren - vor allem durch das Minus in Hessen, dem zuletzt wichtigsten LFA-Zahler. Das Land mit der Finanzmetropole Frankfurt überwies im ersten Halbjahr dieses Jahres über 1,1 Milliarden Euro weniger in das Ausgleichssystem der 16 Länder. Das Minus gegenüber dem Vorjahr betrug, wie aus einer parlamentarischen Anfrage an das Bundesfinanzministerium hervorgeht, satte 61,9 Prozent. Dies bekommen nun alle Nehmerländer im LFA zu spüren, vor allem im Osten. Allein Berlin musste im ersten Halbjahr auf Zuweisungen von fast 200 Millionen Euro verzichten, Brandenburg fehlen 87 Millionen Euro, Sachsen 81 Millionen und Sachsen-Anhalt 63 Millionen. Der hessische Absturz trifft auch die reichen Länder: Baden-Württemberg musste fast 300 Millionen Euro zusätzlich in das System einzahlen, Bayern immerhin 200 Millionen - sonst wären die Kassenlöcher in den armen Ländern noch größer.