ALPEN Kompromisslos genießen
Die jüngsten Katastrophen in den Alpen verschrecken offenbar Skitouristen nicht. Zum Auftakt der Wintersaison vermeldet die Schweiz für Dezember des vergangenen Jahres 2,1 Millionen Übernachtungen im Hotel- und Kurbetrieb. Das entspricht einem Zuwachs von etwa vier Prozent gegenüber Dezember 1999. »Natürlich haben uns Lawinenunglücke, Überschwemmungen und das Feuerinferno im benachbarten österreichischen Kaprun erschüttert«, sagt Jürg Schmid, Direktor der Marketing-Zentrale Schweiz Tourismus. »Aber Auswirkungen auf das Geschäft blieben aus.« Tatsächlich hat sich die Konsumneigung der Alpenfreunde massiv erhöht. Touristen dinieren wieder in den teureren Restaurants. Statt wie im letzten Jahr eine gute Flasche Wein für 40 Franken zu bestellen, muss es jetzt die hervorragende für 100 Franken sein. Die Gäste, so der Tourismus-Chef, »wollen kompromisslos genießen«. Pro Tag gebe jeder Gast im Durchschnitt 240 Franken (306 Mark) aus. Schon im Lawinenwinter 1998/99 registrierte die Alpenrepublik einen Zuwachs bei den Übernachtungen von zwei Prozent. Insgesamt ließen es sich im vergangenen Winter 15 Millionen Touristen in der Schweiz gut gehen.