INTERNET Krieg der Sterne
Mehr als 2,5 Millionen Mitspieler haben sich im beliebten Online-Spiel »Second Life« bereits eine zweite phantastische Existenz aufgebaut. Über gestalterische Details wie Haarfarbe und Nasengröße entscheiden dort Einfallsreichtum und Schieberegler. Dass der Phantasie in der virtuellen Welt durchaus reale Grenzen gezogen werden können, zeigt nun ein Scharmützel zweier deutscher Verlagshäuser. Mit einer Abmahnung in der realen Welt reagierte Gruner + Jahr (G+J) in der vergangenen Woche auf einen virtuellen »Bild«-Ableger, den der Axel-Springer-Verlag seit Dezember in der »Second Life«-Welt verteilt: Das Logo des virtuellen Springer-Blatts »AvaStar«, ein weißer Stern auf rotem Grund, erinnere zu stark an die G+J-Marke »Stern«. Bei Springer freute man sich zunächst über die Aufmerksamkeit, die der echte »Stern« dem eigenen Cyber-Produkt widmete, gab dann jedoch klein bei und entfernte das Logo kurzerhand wieder: Möglicherweise sei man bei der Gestaltung nicht phantasievoll genug vorgegangen, so die Begründung.