Krimineller Klüngel - DER SPIEGEL
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Krimineller Klüngel

• aus DER SPIEGEL 25/1992
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Die Regierung des syrischstämmigen argentinischen Präsidenten Carlos Menem hat zwielichtigen Personen aus dem Nahen Osten die Staatsbürgerschaft gewährt. Präsidentengattin Zulema Yoma, die mit dem Staatschef zerstritten ist, spielte dem argentinischen Fernsehen jetzt ein Video zu, das Präsidentenbruder Munir Menem, Argentiniens Ex-Botschafter in Damaskus, auf einer Party mit dem syrischen Waffenhändler Mundhir el-Kassar zeigt. Der Araber hatte das Fest für Munir Menem im Dezember 1989 gegeben. Zwei Monate danach stellten die argentinischen Behörden ihm einen Paß aus. Kassar wurde am 3. Juni in Spanien festgenommen. Er soll in das Attentat auf den Pan-Am-Jumbo über Lockerbie 1988 verwickelt sein. Auch der in Saudi-Arabien geborene Gaith Pharaon, ein Hauptaktionär der Skandalbank BCCI, bekam ungewöhnlich rasch einen argentinischen Paß: drei Monate nach seiner Ankunft in Buenos Aires 1988. Normalerweise müssen Bewerber zwei Jahre in Argentinien gewohnt haben. Noch schneller bedient wurde Ibrahim el-Ibrahim, Ex-Ehemann von Präsident Menems Schwägerin und einstiger Privatsekretärin Amira Yoma. Er erhielt die Staatsbürgerschaft 1989 elf Tage nach der Antragstellung. Schon sechs Monate später wurde der Neuargentinier Chef der Zollabfertigung auf dem Flughafen von Buenos Aires, obwohl er kaum des Spanischen mächtig war.

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