Kritik an den Bonzen - DER SPIEGEL
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CHINA Kritik an den Bonzen

• aus DER SPIEGEL 6/2002
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Acht Monate vor dem 16. Parteitag tobt in den Reihen der Kommunistischen Partei ein Kampf um Macht und Einfluss. KP- und Staatschef Jiang Zemin, Premier Zhu Rongji und Li Peng, der Vorsitzende des Nationalen Volkskongresses - die alle bald aus dem Amt scheiden - versuchen, Getreue auf wichtige Positionen zu hieven, um weiter mitreden zu können. Wirtschaftsreformer Zhu scheint dabei den Kürzeren zu ziehen. Bei einer Sitzung des Staatsrats über Vorschläge für eine schlankere Regierung kam es zu heftigen Diskussionen - ein klarer Hinweis, dass Zhu auf Widerspruch stieß. Unter Druck gerät auch der ehemalige Ministerpräsident Li Peng, zweiter Mann in der Parteihierarchie. Ihm wird Nepotismus vorgeworfen, weil Sohn und Tochter auf hohen Posten staatlicher Energiekonzerne sitzen. Das Wirtschaftsblatt »Caijing« kritisierte den Li-Clan, der Autor wurde daraufhin angeblich verhaftet. Attackiert wird auch Parteichef Jiang Zemin: Der KP-Boss konnte zwar die Affäre um sein Luxusflugzeug vom Typ Boeing-767 (Ausstattungskosten: 30 Millionen Dollar) in der Öffentlichkeit weitgehend unterdrücken. Schon aber droht der nächste Skandal: Ein Enthüllungsbuch, dessen Verfasser offenbar aus dem Führungszirkel der Partei stammt, schildert den ersten Mann der Volksrepublik jetzt als entscheidungsschwachen Politiker, der politische Zusammenhänge häufig falsch eingeschätzt habe.

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