Kunstmaler
Kriminaloberinspektor Wertmann braucht seine Ermittlungen in dem unterirdischen Paderborner Privatkrieg gegen Schmutz und Schund nicht mehr unter »unbekannt« abzuheften, wie Sie in dem Artikel »Moral: Sonst brennt Dein Haus« in Nr. 21 meldeten. Als mutmaßlicher Täter wurde jetzt ein in Paderborn wohnender Kunstmaler verhaftet. Er wird verdächtigt, die Drohbriefe gegen Geschäftsleute und Kinobesitzer verschickt zu haben. Im Zusammenhang damit kam es zu Brandstiftungen bei zwei Zeitungskiosken. Auch die Kopie eines Filmstreifens verschwand.
Die Kriminalpolizei kam auf diese Spur, als sie eingehend die Schriften auf den Drohbriefen untersuchte. Sie stellte dabei fest, daß die Schrift mit Schreibfehlern so bewußt verstellt worden war, daß sie nur von einem erfahrenen Fachmann herrühren konnte. Dann wurde festgestellt, wo der Zeichenkarton gekauft worden war. Das Zeichenpapier wies zudem noch die Löcher auf, die von Reißzwecken herrührten, mit denen es der Zeichner am Reißbrett befestigt hatte. Schließlich wiesen gewisse Schriftmerkmale auf den mutmaßlichen Täter hin. Diese Schriftmerkmale zeigten sich auch in Graphiken und Schriften, die in einem kürzlich erschienenen Buch »Paderborns Werden, Untergang und Wiedererstehen« verwendet worden sind. An der Gestaltung dieses Buches war der verhaftete Kunstmaler maßgeblich beteiligt. So dürfte dann doch noch aufgeklärt werden, wer auf eigene Faust in Paderborn Schmutz und Schund bekämpfen zu können glaubte.
Paderborn
ERWIN HELD