LANGSCHLÄFER
Ist der Hamburger Finanzsenator, Professor Weichmann, ein altmodischer Herr? Diese Frage stellt sich einem, wenn man liest, daß der Senator sich nach strapaziösen Verhandlungen in Bonn auf der Rückfahrt vom Schlafwagenschaffner nicht vor der Ankunft in Hamburg (6.19 Uhr) wecken läßt, sondern bis Neumünster weiterfährt (wo der Zug um 7.50 Uhr eintrifft) und von dort wieder nach Hamburg reist. Warum fliegt der Professor nicht? Das wird wohl nicht viel teurer für ihn als die Extratour per Bahn und spart Zeit zum Schlafen.
Ludwigshafen ERNST HESSE
Ich danke Ihnen für Ihr freundliches Interesse für den unterzeichneten Langschläfer. Vielleicht aber zeugt es doch nicht von zuviel Schlafsucht, wenn er früh mit dem Schlafwagen um sieben Uhr ankommt, dann nach einem vollen Arbeitstag wieder mit dem Schlafwagen zurückfährt und um Punkt acht Uhr früh zum Frühstück im Zug von Neumünster nach Hamburg die Morgenzeitungen einnimmt. Vor allem erinnere ich mich aber an einen Scherz: Ein Beamter ruft während der Dienstzeit seinen Kollegen an und fragt ihn: »Gehen wir heute zusammen in die Kantine?« Die Antwort des Kollegen: »Nein, heute schlafe ich durch!«
Sehen Sie, gerade das will ich vermeiden.
Hamburg PROF. DR. HERBERT WEICHMANN
Weichmann