Leber - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 22 / 47

Leber

• aus DER SPIEGEL 34/1967
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die »Welt« unterstellte dem SPIEGEL am vergangenen Mittwoch zu Unrecht falsche Berichterstattung. Der SPIEGEL hatte den vorletzte Woche auf einer Klausurtagung in Bergneustadt gefaßten Beschluß des SPD-Parteipräsidiums gemeldet, für die nächste Bundespräsidentenwahl einen sozialdemokratischen Kandidaten zu nominieren. In demselben Artikel hatte der SPIEGEL außerdem die seit Wochen bei internen SPD-Diskussionen kursierenden Kandidaten-Namen genannt; Favorit der Parteichefs Brandt und Wehner sei Bundesverkehrsminister Georg Leber. Am Tage der SPIEGEL-Veröffentlichung wurde Willy Brandt auf einer Pressekonferenz in Bonn gefragt: »Hat man auf der letzten Sitzung des Parteipräsidiums im Bergischen Land von der Möglichkeit gesprochen, Herrn Leber zum nächsten Bundespräsidenten vorzuschlagen?« Antwort: »Nein, darüber ist nicht gesprochen worden.« Daraufhin meldete die »Welt«, Brandt sei »der Behauptung des SPIEGEL entgegengetreten, in Bergneustadt habe sich die SPD-Spitze für Bundesverkehrsminister Georg Leber als sozialdemokratischen Anwärter auf den Sessel des Bundespräsidenten ausgesprochen«. Diese Behauptung aber hatte der SPIEGEL gar nicht aufgestellt; er hatte über die Sitzung lediglich berichtet, was Brandt dem SPIEGEL nach der Klausur in Bergneustadt erklärt hatte: »Ich werde in den nächsten Tagen dem Vorsitzenden der CDU mitteilen, daß wir auf jeden Fall einen eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl aufstellen werden.«

Zur Ausgabe
Artikel 22 / 47