LEHRER
In Ihrem Artikel mit der Überschrift »Die lautere Wahrheit« in der Nr. 20/1956 schreibei Sie folgendes:
»Der nach den letzten Landtagswahlen abservierte SPD-Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf hatte unmittelbar vor der Übergabe seiner Geschäfte an Heinrich Hellwege den dissidentischen Rektor und SPD-Stadtverordneten Heinrich Edler in Goslar zum kommissarischen Schulrat ernannt. Dem Kabinett Hellwege oblag es dann, diese kommissarische Ernennung zu besiegeln. Das geschah schließlich am 17. März 1956, sechs Tage nach der Peiner Rede des Innenministers Wegmann.«
Die Zeitfolge ist nicht richtig. Bereits am 9. März hatte Ministerpräsident Hellwege in seiner damaligen Eigenschaft als geschäftsführender Kultusminister die Ernennungsurkunde unterzeichnet, nachdem die Aushändigung durch die frühere Regierung unterblieben war, während sie in einem anderen Falle noch vorgenommen war. Die Kabinettssitzung, in der sich die neue Regierung mit der Ernennung einverstanden erklärte, hatte bereits am 28. Februar stattgefunden, also gleichfalls vor der Rede des Innenministers in Peine. Ich weise auf diese zeitliche Reihenfolge hin, weil Ihre Darstellung den Eindruck erwecken muß, als hätte erst die Ablehnung, welche die Rede des Innenministers zum Teil in der Öffentlichkeit und in der Lehrerschaft fand, Ministerpräsident Hellwege zur Unterzeichnung veranlaßt.
Hannover DR. PARISIUS
Pressechef der Niedersächsischen
Landesregierung
Man kann es nicht mehr hören, wenn bei jeder Gelegenheit mit dem Schlagwort »Dissidenten« gegen kirchlich Andersdenkende gearbeitet wird. Wer hat heute noch das Recht, den anderen einen »Dissidenten« zu nennen, nachdem bei dem katastrophalen Zerfall unserer Kirchen die wirkliche und echte Religiosität - das ist: die praktische Befolgung der Wahrheiten des Evangeliums und der christlichen Ethik, vor allem der Bergpredigt - aus dem öffentlichen Leben so gut wie verschwunden ist; in den Kirchen sowohl wie auch außerhalb.
Groß-Umstadt Dr. Georg Groeninger