Leos letzter Kampf - DER SPIEGEL
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KIRCH Leos letzter Kampf

• aus DER SPIEGEL 28/2002
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Anders als erwartet wird Leo Kirch, der noch bis Ende August rund 40 Prozent am Axel Springer Verlag hält, wohl noch einmal die Chance für einen großen Auftritt bei einer Springer-Hauptversammlung haben. Weil seine Forderungen nach Schadensersatz und einer Sonderprüfung der Springer-Geschäftsführung bei einer turbulenten Hauptversammlung in der vorvergangenen Woche aus formalen Gründen abgeschmettert wurden, beantragte er über seine Firma PrintBeteiligungs GmbH mit Brief vom 3. Juli ("per Boten") nun die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung - diesmal inklusive der bereits vorgebrachten Tagesordnungspunkte wie den Schadensersatzanspruch gegen den Springer-Vorstand. Kirchs Schreiben zufolge könnte die neue Hauptversammlung »spätestens am Montag, den 19. August 2002« stattfinden. Falls der Verlag die gesetzten Einladungsfristen nicht einhalte, werde er »die erforderliche gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen«. Unterzeichnet ist der Brief »Mit freundlichen Grüßen Leo Kirch«. Im Kern wirft der bankrotte Medienunternehmer dem Springer-Management und der Verlagserbin Friede Springer vor, mit der Ausübung einer Put-Option über die Springer-Anteile an ProSiebenSat.1, die im Januar das Ende seines Medien-Imperiums einläutete, den eigenen Aktionären geschadet und unternehmerische Pflichten verletzt zu haben. Bei Springer sieht man das »Störmanöver« zumindest offiziell gelassen: »Kirch hat doch nur noch ein Ziel«, so Verlagssprecherin Edda Fels, »und das ist, dem Axel Springer Verlag zu schaden.«

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