Letzte Erlösung - DER SPIEGEL
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BÜCHER Letzte Erlösung

Dieter Göbel: »Vanessa oder Die Lust der Macht«. Droemer-Knaur Verlag, München; 312 Seiten; 34 Mark.
• aus DER SPIEGEL 46/1981
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Die deutschen Rundfunkanstalten sind reich an poetischen Kräften. »Tagesthemen«-Moderator Stephan beispielsweise hat sich als Erotik-Romancier entfaltet; dem »Tagesschau«-Köpcke entschlüpfte ein Liebes-Roman mit Sätzen wie: »Zwei üppige Brüste machten paradoxerweise Männchen.« Auf ähnlichen Stil-Höhen bewegt sich souverän auch Dieter Göbel, einst »Report«-Moderator und Hörfunk-Direktor beim Südwestfunk. Er führt in seinem Roman zwei feinfühlige Machtmenschen zusammen: Den gefeierten TV-Moderator Thomas Bernard ("sinnlich, stolz und machtlüstern") und Vanessa Ford, eine Soziologin mit einem Faible für Machiavelli und »starke Männer«. Vanessa peitscht den TV-Journalisten in eine atemberaubende Karriere. Bernard deckt Korruptionsaffären auf und wird am Ende, weil offenbar das parlamentarische System »das Volk in den Abgrund« führt, der große Führer der Nation. Lustiger als solche literarischen Rufe nach dem starken Mann sind Göbels feinzieselierten Liebesszenen: »Augenlos trafen sich ihre Lippen ... Inniger den Wundern ihrer Liebe nachtastend, glitten sie in immer tiefere Lüste, bis die prunkende Pracht der letzten Erlösung sie blendete.«

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